"Baby Doll" von Tennessee Williams (2012)

Der LTC präsentiert ihnen

 

Tennessee Williams - Baby Doll
Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Weib

 

TENNESSEE WILLIAMS wurde 1911 als Thomas Lanier Williams in Columbus, Mississippi, geboren und wuchs in St. Louis auf. Schwierige Familienverhältnisse (der Vater war als Handlungsreisender meist abwesend, die Mutter dominant - autoritär, die Schwester psychisch labil) sowie eine zweijährige Beinlähmung infolge einer Diphterieerkrankung überschatteten seine Kindheit. Dies förderte seine introvertierte Seite und brachte ihn bereits früh zum Schreiben. Bereits ab dem 13. Lebensjahr veröffentlichte er Geschichten und Gedichte. Als das Group Theater in New York einen Dramatikerwettbewerb ausschrieb, reichte er sein Stück ›Not About Nightingales‹ (Aber nichts von Nachtigallen) zusammen mit vier Einaktern ein, machte sich drei Jahre jünger, weil die Altersgrenze mit 25 angegeben war, und nannte sich Tennessee Williams, weil er als Thomas Lanier Williams in überregionalen Literaturzeitschriften veröffentlicht hatte und in den Redaktionen als Einsender unverlangter Manuskripte bekannt war. T. Williams erhielt von der namhaften Jury einen mit hundert Dollar dotierten Sonderpreis, der zum Wendepunkt in seinem Leben wurde. Molly Day Thatcher, die ihn auch später als Frau des Regisseurs Elia Kazan weiterhin unterstützte, erkannte die Einzigartigkeit von Williams Talent und brachte ihn mit der ihr nahestehenden prominenten Literatur- und Theateragentin Audrey Wood zusammen. Damit war ihm der Weg in die New Yorker Theaterszene offen. Ein abgelehntes Drehbuch arbeitete er zu einem Bühnenstück um; es wurde 1944 in Chicago uraufgeführt und machte ihn weltberühmt: ›Die Glasmenagerie‹. Zahlreiche seiner Dramen erhielten Auszeichnungen, darunter zwei Pulitzer-Preise, und fast alle wurden in Starbesetzung verfilmt. Als er nach den Welterfolgen wie ›Endstation Sehnsucht‹ (1947), ›Die Katze auf dem heißen Blechdach‹ (1955), ›Orpheus steigt herab‹ (1957), ›Süßer Vogel Jugend‹ (1959) und ›Die Nacht des Leguan‹ (1961), nicht mehr so schrieb wie man es von ihm erwartete, setzte eine Art Wahrnehmungsblockade ein. Dieser Entwicklung in den Jahrzehnten nach der Studentenrevolte von 1968 steht die in letzter Zeit erfolgte Wiederentdeckung des Autors entgegen.

 

Tennessee Williams' kritische Perspektive, die nach dem Raum und Freiraum des Individuums in der Gesellschaft fragt, ist hochaktuell für eine neue Generation von Theaterschaffenden. Und sein Eintreten für die Förderung junger Autoren lebt auch nach seinem Tod im Jahr 1983 durch eine Stiftung fort. Wie Strindberg beherrscht auch Tennessee Williams den zerfleischenden Dialog: aus den Wunden, die da geschlagen werden, fließt kein Blut, sondern quellen Geständnisse. Seine Bühnenfiguren gewinnen durch die unabweisbare, innere Notwendigkeit ihres Handelns eine gewisse tragische Größe. Manchmal erinnern seine Personen an Tschechow und seine Stimmungen an Garcia Lorca - er glaubt an die erlösende Kraft der Poesie. Und seine Poesie gedeiht nirgends besser als in der Südstaatenatmosphäre, in dieser aufgeladenen Schwüle des Mississippideltas. Die Mühe, ein Drehbuch zu schreiben, machte er sich nur noch einmal, als er die Einakter ›27 Wagons Full of Cotton‹ und ›The Unsatisfactory Supper‹ 1956 zu ›Baby Doll‹ umarbeitete. Ein bis zur Neige ausgekostetes Spiel von gehemmter Begierde und böswilliger Verführung, ein Katz und Maus Spiel. ›Hide and Seek‹ (Versteckspiel) sollte auch der ursprüngliche Titel lauten. ›Baby Doll‹ wurde im puritanischen Amerika der 50er Jahre „wegen verfänglicher Sinnlichkeit” heftig attackiert, wie
z.B.: „....das verderblichste Machwerk das je aus Hollywoods Teufelsküche kam.” BABY DOLL ist eine klassische Südstaatenunschuld und ist mit Archie Lee, einem schon etwas in die Jahre gekommenen, bankrotten Baumwollfarmer verheiratet, auf dem Papier zumindest. Ein Nervenbündel. Nicht grundlos, denn laut Vertrag darf die Ehe erst vollzogen werden, wenn Baby Doll 20 Jahre alt ist und auch nur wenn Achie Lee seinem „Baby” ein angemessenes Heim bieten kann. Doch die Möbel werden nicht geliefert weil die erste Rate noch immer nicht bezahlt ist. Ein leeres Herrenhaus, eine jungfräuliche Braut, die ins Hotel ziehen will, sowie ein hysterischer, eifersüchtiger Gatte: Hier betritt Silva Vacarro die Szene, Sizilianer und Manager der konkurrierenden Syndicate Plantage. Dort war in der Nacht ein Feuer ausgebrochen, Verdacht auf Brandstiftung!Der Kampf der Rivalen beginnt.

Rezensionen

Volksblatt

Besetzung

BABY DOLL  Carina Linsboth
ARCHIE LEE MEIGHAN Michael Riener
ROSE COMFORT Anna Laimer
SILVA VACARRO Seamus Hamilton
NORM Joachim Wernhart
MOSES / MAC Heinrich Fabits
ROCK / STANLEY Helmut Singer
   
Inszenierung & Bühne Erhard Ferchenbauer
Assistenz Gerda Bodingbauer, Maria Hanner
Kostüme Gertrud Althuber
Requisite Anna Laimer
Bühnentechnik Hermann Laimer
Presse & PR Claudia Tinta, Heinrich Fabits
Sponsoring Isolde Weberberger, Hermann Kogler
Grafik Design Erhard Ferchenbauer
Videoaufzeichnung Theresia Mühlböck
Bühnenbau Erhard Ferchenbauer, Hermann Laimer, Sabine Cap, Helmut Hartl, Robert Bubic
Service-Team Berta Buchberger, Gertrud Althuber, Auguste und Walter Hochwagen
Produktionsstätte SCENARIO theater-art-studio
Bühnenfassung Erhard Ferchenbauer
Aufführungsrechte Verlag Jussenhofen & Fischer
Copyright © 2017 Linzer Theater Club. Alle Rechte vorbehalten.
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